C & R führt zur Strafe

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Kveite
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 21 06:38

Beitrag von Kveite

Moin,

ist nur zur Kenntnisnahme, besser nicht diskutieren!

https://www.blinker.de/angelmethoden/ra ... erurteilt/
Gruß Ralf

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asphaltsau1
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 21 08:05

Beitrag von asphaltsau1

Kveite hat geschrieben:
21. Jun 2017, 06:38
besser nicht diskutieren!
Glaub ich auch Ralf. :zwink:
Aber es ist schon sehr interessant.
[thx] fürs teilen.
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Gruß Markus

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Butje
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 21 20:58

Beitrag von Butje

gruselige Berichterstattung mit fragwürdiger rechtlicher Würdigung, gerade hinsichtlich "vorbestraft"

journalistische Freiheit..........oder Bange machen...........?


ändert aber nix daran, das C & R hierzulande nicht zulässig ist
Gruß Andreas :hat:

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atrox
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 21 22:29

Beitrag von atrox

Ist halt immer so ne Sache... Wenn man in der Tageszeitung damit in die Öffentlichkeit geht ist man auch selbst dran schuld...
Auch diese ewige Bilderknipserei in Verbindung mit dem vermessen des Fanges ist kritisch zu sehen...
Hakt man den Fisch aber im Wasser ab und gibt an diesen aufgrund seiner Größe etc. nicht sinnvoll verwerten zu können, was ja auch plausibel ist, wird es deutlich schwieriger für den Ankläger ;)

Gruß Dirk

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vatas-sohn
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 22 06:57

Beitrag von vatas-sohn

Also ich finde ja, daß viele Fische von Natur aus ziemlich glitschig sind.... :zwink:
Grüße! :cap:
Ron

Ostseeoporose und Bachflohkrebs sind fast geheilt.
Gegen Coregonitis kann man anscheinend nichts machen...

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Onkel Hein
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 22 09:30

Beitrag von Onkel Hein

vatas-sohn hat geschrieben:
22. Jun 2017, 06:57
Also ich finde ja, daß viele Fische von Natur aus ziemlich glitschig sind.... :zwink:
:daumen: das stimmt! Mir entkommen sie meistens noch im Wasser, kurz bevor meine Finger sie schnappen können. Man kommt noch dazu so leicht mit dem Finger an den Haken und Schwuppdiwupp ist er wech.

Ich finde den Artikel grundsätzlich ok, da wird so mancher Angelkamerad wieder wach gerüttelt und an Recht und Gesetz in good old Germany erinnert. Und irgendwann fällt das Damoklesschwert eben wieder und trifft einen. Hoffentlich dann am Hinterkopf, denn das soll ja das Denkvermögen steigern und vielleicht hilft es auch.
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revierratte
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 22 14:40

Beitrag von revierratte

Na ja, wer einen Wels möglicherweise über 2 Tage mit einer Leine durch die Kiemen sichert, Fotos macht und dann zurück setzt ist einfach selber Schuld.

Unabhängig von der C + R Debatte möchte ich einfach darauf hinwesien, daß die Gesetzeslage in NRW, und auch vielen anderen Bundesländern, es nicht zuläßt ein Rotauge, Rotfeder, Barsch, Gründlich, Karausche,..... mit einer Länge von z.B. 8cm zurückzusetzten. Für diese Fische gibt es in NRW kein Mindestmaß und JEDER Fisch der kein Mindestmaß hat muß entnommen werden und sinnvoll verwertet werden. So sieht es das Gesetz vor!

Das zurücksetzten eines untermäßigen Fisches welcher kein Mindestmaß hat ist strafbar und wird genauso geahndet wie der Fall in obigem Link mit dem Wels.

Mir ist nur Berlin bekannt, wo der Barsch ein Mindestmaß (15cm) hat, Rotauge und Rotfeder hier auch ein Mindestmaß von 15cm.
In Hessen und Sachsen sind zumindest Rotfedern mit 20cm Mindestmaß geschützt. Ich glaube sonst in keinem weitern Bundesland.

Wenn irgendwelche Nichtangler und Peta Aktivisten solche Gesezte verabschieden ist das eine Sache. Wenn aber Kontrolleure und Angelvereine
fordern solch einen Schwachsinn umzusetzten ist das eine andere Sache. Ich hatte letztes ein Streitgespäch mit einem Kontrolleur, weil er meinte
von der anderen Kanalseite gesehen zu haben, daß ich einen Barsch zurückgesetzt habe. Ich sagte ihm es sei ein untermaßiger Zander gewesen
und er konnte es nicht widerlegen.

Ich persönlich setzte viele Fische zurück. Empfinde es aber als pervers geangelte Brassen, Rotaugen, usw. abschlachten zu müssen, nur weil es ein Gesetz gibt was das vorschreibt und ich nicht nach meinem Verstand entscheiden darf.

Ein Bekannter von mir mußte sich vor einiger Zeit für das Zurücksetzten eines Fisches verantworten. Der Richter sagte übrigens, daß es nicht seine Aufgabe sei über Unsinnigkeit und Sinnigkeit bestehender Gestzte zu diskutieren. Seine Aufgabe ist es, unter Anwendung der bestehende Gestzte,
Recht zu sprechen. Punkt! Gegen Zahlung von 200,00 € wurde das Verfahren eingestellt.

Ich gehen am liebsten dort Angeln, wo ich den ganzen Tag keinen Menschen sehe.

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ronram
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Jun 2017 22 20:58

Beitrag von ronram

Da kann aber jemand das LFischG NRW nicht lesen (die LFischVO auch nicht), kennt nicht den Unterschied zwischen Straftat und Ordnungswidrigkeit und verbreitet gefährliches Falschwissen.
In der Schule würdest du dafür eine 6 kassieren.

Würdest du mir so etwas am Wasser sagen, würdest du dir von mir die Frage anhören lassen müssen, ob du mich zu einer Straftat anstiften möchtest.
Aber vorher würde ich dir das LFischG, die LFischVO sowie die Erläuterungen zum LFischG von Hans Molitor mal in die Hände drücken.
Zuletzt geändert von ronram am 23. Jun 2017, 07:01, insgesamt 1-mal geändert.

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asphaltsau1
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Jun 2017 22 21:07

Beitrag von asphaltsau1

Bin ich gerade blind, oder sehe ich hier einfach die Worte Straftat und Ordnungswidrigkeit einfach nur nicht?
Davon hat doch hier niemand geschrieben?!
Und davon, dass er dich zu irgendetwas anstiften möchte auch nicht!!!

Atme mal in Ruhe durch Sebastian. :wink:

Und für alle:

ganz oben steht
Kveite hat geschrieben:
21. Jun 2017, 06:38
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ronram
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Jun 2017 22 21:15

Beitrag von ronram

revierratte hat geschrieben:
22. Jun 2017, 14:40


Unabhängig von der C + R Debatte möchte ich einfach darauf hinwesien, daß die Gesetzeslage in NRW, und auch vielen anderen Bundesländern, es nicht zuläßt ein Rotauge, Rotfeder, Barsch, Gründlich, Karausche,..... mit einer Länge von z.B. 8cm zurückzusetzten. Für diese Fische gibt es in NRW kein Mindestmaß und JEDER Fisch der kein Mindestmaß hat muß entnommen werden und sinnvoll verwertet werden. So sieht es das Gesetz vor!

Das zurücksetzten eines untermäßigen Fisches welcher kein Mindestmaß hat ist strafbar und wird genauso geahndet wie der Fall in obigem Link mit dem Wels.

Mir ist nur Berlin bekannt, wo der Barsch ein Mindestmaß (15cm) hat, Rotauge und Rotfeder hier auch ein Mindestmaß von 15cm.
In Hessen und Sachsen sind zumindest Rotfedern mit 20cm Mindestmaß geschützt. Ich glaube sonst in keinem weitern Bundesland.

(...)

Wenn aber Kontrolleure und Angelvereine
fordern solch einen Schwachsinn umzusetzten ist das eine andere Sache. Ich hatte letztes ein Streitgespäch mit einem Kontrolleur, weil er meinte
von der anderen Kanalseite gesehen zu haben, daß ich einen Barsch zurückgesetzt habe. (...)


Bitte lesen! Das LFischG NRW...Wenn du das von die angesprochene Zurücksetzverbot unter Strafandrohnung findest, poste mal bitte die Norm.
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_tex ... enu=1&sg=0
Kleiner Hinweis. Du wirst keine finden. Du wirst aber im LFischG ganz allgemein keine Strafvorschriften finden.

Danach liest du bitte die Verordnung zum LFischG:
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_tex ... enu=1&sg=0


https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_tex ... n=N&menu=1

Rechte und Pflichten von amtlich verpflichteten Fischereiaufsehern:
http://www.gw-forum.de/downloads/Fische ... kblatt.pdf

Und jetzt noch etwas als Zusatz:
http://www.anglerpraxis.de/ausgaben-arc ... frage.html


Und jetzt noch eine persönliche Bitte an dich...
Wenn du schreibst "das steht im Gesetz"...dann verweise doch auf eine konkrete Norm.


Wenn du einen Fisch tötest, für den du keine Verwertungsabsicht hast und der aus hegerischen Gründen nicht zu entnehmen ist, machst du dich strafbar...Egal ob du vom Gegenteil überzeugt bist. Da gibt es keinen entschuldigenden Irrtum.
Zuletzt geändert von ronram am 23. Jun 2017, 07:03, insgesamt 2-mal geändert.

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ronram
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 22 21:18

Beitrag von ronram

asphaltsau1 hat geschrieben:
22. Jun 2017, 21:07
Bin ich gerade blind, oder sehe ich hier einfach die Worte Straftat und Ordnungswidrigkeit einfach nur nicht?
Davon hat doch hier niemand geschrieben?!
Und davon, dass er dich zu irgendetwas anstiften möchte auch nicht!!!

Atme mal in Ruhe durch Sebastian. :wink:

Und für alle:

ganz oben steht
Kveite hat geschrieben:
21. Jun 2017, 06:38
besser nicht diskutieren!
C&R Debatten führen einfach zu nichts!
Ich atme ja schon durch...
Aber solche Aussagen von Kollegen sind bedenklich.

Nein, es ist keine Straftat in dem oben verlinkten Fall.

Die Veterinärbehörde der Stadt hat einen Bußgelbescheid erlassen. Wegen was genau, weiß man nicht.
Da es aber nicht die Fischereibehörde ist, die für die Umsetzung und Überwachung des LFischG und der LFischVO zuständig ist, wird es wohl eine Norm aus dem TierSchG sein.
In einem anderen Forum wurde der § 18 TierSchG (insbesondere Abs. 2) zur Sprache gebracht.

Der § 18 Abs. 2 TierSchG ahndet als Ordnungswidrigkeit, wer einem Tier ohne verünftigen Grund erhebliche Schäden zufügt.
Schmerz und Leid lasse ich jetzt bewusst außen vor.
"Erheblich" ist natürlich kein fest definierter Begriff.
Einen Bußgeldbescheid kann man natürlich auch nicht akzeptieren. Der kommt ja nicht vom Richter, sondern von irgendeinem Behördenmenschen...der kann auch Angler hassen. Wenn man möchte, geht das OWi-Verfahren vor Gericht und dann entscheidet ein Richter, was in dem konkreten Fall "erheblich" bedeutet.
Dann ist es aber immer noch keine Straftat...Dafür, dass der § 17 greift, muss der Angler schon länger anhaltendes Leid dem Fisch zufügen...
An die Strafbarkeit nach § 17 sind (der Wortlaut sagt es ja schon aus) stärkere Bedingungen geknüpft...von daher ist das Zitat aus dem Blinker natürlich völliger Quatsch. Der Artikel strotzt sowieso vor Fehlern.


Ich betone:
Das Zurücksetzen eines Fisches ist nicht strafbar!
Es existiert in ganz Deutschland keine Strafvorschrift für das Zurücksetzen.

Das Zufügen von länger anhaltendem Leid ist strafbar (§ 17 TierSchG).
Damit kann man kollidieren, wenn man lange Fotosessions abhält.
Das bloße Zurücksetzen ist nicht strafbar.
Es ist auch keine Ordnungswidrigkeit.
Die LFischVO ahndet bei gewissen Fischen mit Bußgeld eine Nicht-Zurücksetzen...
Ein Zurücksetzen ist ersteinmal gar nichts. Erst dann, wenn man es übertreibt (lange an der Luft halten) (evtl. strafbar) oder wenn man herumposaunt, dass man komplett ohne Verwertungsabsicht ans Wasser gegangen ist (evtl. OWi) kann es problematisch werden.
Der vernünftige Grund für das Zufügen von Schäden ist abgedeckt wenn ich für meinen Zielfisch eine Verwertungsabsicht habe. Beifang geht zurück. Töte ich diesen, mache ich mich strafbar (§ 17 Abs. 1 TierSchG). Das reine Zurücksetzen von Beifang kann alleine deshalb nicht rechtswidrig sein, weil es explizit in der LFischVO gefordert wird.

In NRW hat man als Angler im Grunde alle Freiheiten.


Schaut euch doch mal die Facebook-Kommentare unter dem Blinker-Artikel an...Wir Angler sind uns selbst die größten Feinde.

Zurück zu dem Blinker-Artikel:
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sich der Pressesprecher der Stadt derart unglücklich geäußert hat. Ganz besonders das wörtlich Zitat kann so nicht von einem Mitarbeiter der Stadt abgegeben worden sein.
Leider impliziert der Artikel bei Gefühlt 90% der Angler genau das, was Tierrechtler anvisieren. Das Angeln stigmatisieren und in den Köpfen der Menschen ein Unrechtsbewusstsein für unser Hobby schaffen. (bei vielen hat es ja wohl leider schon funktioniert...)

Sorry, wenn es etwas mehr geworden ist.
Ich wollte auch nicht über C&R diskutieren, sondern nur bestehenden Falschwissen aus der Welt schaffen. So etwas kann ich einfach nicht im Raum stehen lassen.

Ostseefisch
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 23 09:13

Beitrag von Ostseefisch

" Das reine Zurücksetzen von Beifang kann alleine deshalb nicht rechtswidrig sein, weil es explizit in der LFischVO gefordert wird."

In welchem Punkt wird das explizit dargelegt ?

Hab ich jetzt nicht gefunden.

Das Problem ist immer die Formulierung "ohne vernünftigen Grund" im Tierschutzgesetz, da hier eine Verwertungsabsicht bestehen muß da sonst kein vernünftiger Grund vorhanden ist.

Aufgund dieser Formulierung gibt es hier in S-H z.B die Auslegung der Fischereibehörde das "Beifang" beim Angeln nicht zurückgesetzt werden darf.

Aus einer Antwort der Fischereibehörde :
"Auch „selektives Angeln“ ist nicht erlaubt. Wenn Sie z. B. mit Kunstködern angeln, ist es wahrscheinlich, dass Sie Hechte, Zander, ggf.
Barsche usw. fangen. Alle diese Fische sind als Lebensmittel verwertbar. Ein generelles Zurücksetzen einer bestimmten Art ist nicht zulässig"

"Wenn Sie allerdings, wie unten geschildert, z. B. Hechte oder Zander außerhalb der Schonzeit und oberhalb des Mindestmaßes fangen, müssen Sie diese Fische entnehmen, da man sie im Regelfall sinnvoll verwerten kann. Für diese Arten bestehen in SH keine Bag Limits. Ansonsten würde der "vernünftige Grund" des Angelns in Frage stehen, und die Problematik des verbotenen "catch & release" wäre zu prüfen."


Thomas

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revierratte
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C & R führt zur Strafe

Jun 2017 23 10:09

Beitrag von revierratte

Danke Ostseefisch.

Das Problem sind nicht eventuell die Gesetzte, sondern die unterschiedliche Auslegung der Gestzte.

In der Praxis gibt es immer Streitigkeiten beim zurücksetzten von Fischen!

Ist es überhaput erlaubt einen 170cm Wels zurück zu setzten?
Darf ich wenn ich auf Zander angeln, Grundeln und Brasche wieder zurücksetzten?
In der Nähe von Dortmund gibt es einen Angelverein der in seiner Satzung für das Vereinsgewässer vorgibt : Hechte über 85cm müssen
zurückgesetzt werden. Da diskutieren Rechtsgelehrte drüber, ob das überhaput gesetzeskonform ist.
Darf man z.B. mit der Stipprute los und Rotaugen stippen. Die 95 kleinen lasse ich wieder schwimmen und das eine fette Rotauge nehme ich mit?

Unten stehend mal eine Formulierung des Landesverband Westfalen Lippe. Die Formulierung "aus bestimmten Gründen ist einfach zu schwammig und eine Auslegungssache.

20. Wann muss/darf ich einen Fisch zurücksetzen?

"Ein gefangener Fisch muss zurückgesetzt werden, wenn

er das Mindestmaß noch nicht erreicht hat,
er in der Schonzeit gefangen wurde oder
es sich um eine nach § 1 Landesfischereiverordnung ganzjährig geschützte Fischart handelt.

Ein gefangener Fisch darf auch zurückgesetzt werden, wenn er aus bestimmten Gründen nicht verwertet werden kann oder soll. Ein Grund ist z. B. das hohe Alter von Fischen, das mit einer Akkumulation von Schadstoffen einhergehen kann. Auch Fische, die als Beifang an den Haken gehen und nicht als Speisefisch in Frage kommen, dürfen zurückgesetzt werden, wenn sie unverletzt sind."


Hier eine Zitat von der Seite des deutschen Tieschutzbundes, so wie er das Gesetz interpretiert:

"Rechtlich zulässig ist das Zurücksetzen von Fischen nur dann, wenn diese in der Schonzeit gefangen wurden oder noch nicht das Mindestmaß erreicht haben."

Im übrigen kann es durchaus ein Straftatbestand sein, einen Fisch zurück zu setzen. § 17 TierSchG ist im Strafgeseztbuch und keine Ordnungswidrigkeit.

Hier ein Uteil vom OLG Celle :
Als “länger anhaltend” i.S.v. § 17 Nr. 2b TierSchG kann bereits ein Zeitraum von 1/2 - 1 Minute anzusehen sein (OLG Celle NStZ-RR 97, 381).

Ribnob
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Jun 2017 23 10:27

Beitrag von Ribnob

Hallöchen Allerseits,
oooooooh das heiße Eisen kommt wieder ans Tageslicht......
Der überwiegende Teil der Angler,da sind wir uns denke ich einig,verhält sich am Wasser waidgerecht. Natürlich gibt es leider immer Ausnahmen ! Ostseefischer die eine untermaßige Meefoo,von knapp 25 cm im Beutelchen haben und als der bemerkt das ich den Fisch bemerkt habe,räumt er ihn schnell weg mit den Worten,der hat tief geschluckt( is klar)...
Aber auch mir ist es in Norwegen passiert,dass ich auf einem ca 12 cm langen Köder für Dorsch einen ca 20 cm langen Lachs gefischt habe der das Teil bis auf wenige cm inhaliert hatte,unter Zeugen.... :o ich bekam weder den Drilling heraus noch sonst konnte ich ,ausser Abschlagen, etwas tun, was mich traurig stimmte,da das Lachsprogramm bei uns an der Rur für viiiel Vereinsgeld im Bruthaus durchgeführt wird....Aber ich habe ihn auch mitgenommen und gegessen,da ich der Ansicht bin das dieser Lachs sonst vollkommen umsonst gestorben wäre. Da könnt ihr motzen wie ihr wollt,dass ist nun mal meine Überzeugung...
Da gibt es Angelvereine die Fischen nahezu ausschließlich an Quadratteichen und setzen definitv alles zurück, was an den Haken geht. Und führen dann auch noch Angelwettkämpfe aus,mit z.T. fürchterlichen Regeln. Vor allem in den Nachbarländern... :ot2: Nach diesen "Wettkämpfen" treiben dann teilweise zig Fische tod an der Wasseroberfläche....wo ich mir dann wirklich die Frage stelle,was das soll ???
Was ist mit der Fischindustrie mit nahezu 75 % ungewolltem Beifang ?
Wer von den hier Genannten ist nun im Recht und wer nicht ? Wer hat Unrecht begangen und wer nicht ? Wer möchte von Euch ein Urteil fällen,also wer wirft den ersten Stein ? Oder wer is ohne Schuld ?
Ähnlich wie ein Jäger üben wir ein Hobby aus,welches darin enden kann, dass wir einem Lebewesen den Tod bringen können /müssen !
Manchmal haben wir jedoch die Möglichkeit,anders als ein Jäger, dies zu umgehen. Ob das Tierschützer oder Richter anders sehen, mag so sein !
Aber dann müssen wir uns,auch öffentlich, der Frage stellen warum wir eigentlich Fischen gehen ?
Hier gibt es mit Sicherheit hunderte von Gründe und ob ich die alle verstehe oder nicht,da ist jeder sein eigener "Gott" oder besser Richter....
Warum fischen einige Welse von zig Kilo und riesigen Größen,wenn die die doch nicht verwerten wollen( und meist ist denen das vorher schon klar),oder gar können,ich meine bei der Größe ist die eine Hälfte verwest,bevor man die andere gegessen hat. Da werden Reisen an den Ebro unternommen,denn nur da gibt es die richtig großen !!!...Oder Karpfen mit 20 Kilo und mehr Gewicht. Kommentar : Die kannst du nicht mehr essen,die schmecken nicht mehr....Aber das Foto MUSS sein,der Beweis ! Ich habe den gefangen !!! Und da meiner größer war als deiner bin ich der bessere Angler...Ich hatte aber mehrere,also bin ich der bessere !!! Es regen sich viele über den Tageshöchsfang von Dorsch auf! Wieso ? Ich kann mich darüber nicht aufregen ! Wenn ich 5 Dorsche gefangen und abgeschlagen habe ,falls ich die überhaupt noch fange (!) bin ich mehr als glücklich und frage mich : Hoffentlich krieg ich die alle verwertet in der Küche !!!! Bevor die Hälfte verwest ist....
Ist es nicht oft so ?
Da werden in einschlägigen Zeitungen der Dickste, Schwerste, was weis ich nicht was, veröffentlicht ! Und sind wir dann nicht alle Geil darauf das noch zu toppen ? Aber das ist erst der Anfang : Da muss die teuerse Rute her,die teuerste Rolle ist gerade gut genug für mich, nur wenns so richtig teuer ist ,dann ist es gerade gut genug. Und wenn dann einer kommt mit so ner Kaufhausausstattung, so nem SET,na das kann doch nix sein,wer ist das? Zeig mir den Wert deiner Ausrüstung und ich sag dir wie gut du bist... Bei uns umme Ecke ist ein Quadratteich,da sitzen Kiddis mit einer Aussattung die locker 2-3 Tausend € kostet !!! Um zu stippen !!!!
Bei Fliegenfischern habe ich es noch öfters erlebt, diese Gerangel ums Teuerste... so viel kann ich gar nicht essen wie ich da kotzen könnte...
Die Frage ist :Wen wundert es dann noch das so was vor Gericht endet ?

Unsere eigene Gier steht da vor Gericht und nicht ein Verhalten das wir fast alle für nachvollziehbar halten !....

Manchmal komme ich vom Fliegenfischen an der Rur/Ostsse/ Maas nach Hause und meine Frau fragt mich ob ich was gefangen habe. Oft antworte ich verneinend,auch die 6 Meefoos die ich seit 2004 entnommen habe sind nicht wirklich beeindruckend für meine Frau. Aber ich hatte trotzdem einen absolut geilen Tag/ Woche am Wasser.Mit Schweinswalen oder Eisvögeln,mit Bibern..auch ohne Fotos und spektakulären Drills...und nachts träume ich dann vom big fish...und noch nie hat mich deswegen einer angezeigt...kann ja noch kommen....
MfG Nobby... :wink2:
Die Jugend geht,der Durst bleibt...

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ronram
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Jun 2017 23 10:57

Beitrag von ronram

Ostseefisch hat geschrieben:
23. Jun 2017, 09:13
" Das reine Zurücksetzen von Beifang kann alleine deshalb nicht rechtswidrig sein, weil es explizit in der LFischVO gefordert wird."

In welchem Punkt wird das explizit dargelegt ?

Hab ich jetzt nicht gefunden.

Das Problem ist immer die Formulierung "ohne vernünftigen Grund" im Tierschutzgesetz, da hier eine Verwertungsabsicht bestehen muß da sonst kein vernünftiger Grund vorhanden ist.

Aufgund dieser Formulierung gibt es hier in S-H z.B die Auslegung der Fischereibehörde das "Beifang" beim Angeln nicht zurückgesetzt werden darf.

Aus einer Antwort der Fischereibehörde :
"Auch „selektives Angeln“ ist nicht erlaubt. Wenn Sie z. B. mit Kunstködern angeln, ist es wahrscheinlich, dass Sie Hechte, Zander, ggf.
Barsche usw. fangen. Alle diese Fische sind als Lebensmittel verwertbar. Ein generelles Zurücksetzen einer bestimmten Art ist nicht zulässig"

"Wenn Sie allerdings, wie unten geschildert, z. B. Hechte oder Zander außerhalb der Schonzeit und oberhalb des Mindestmaßes fangen, müssen Sie diese Fische entnehmen, da man sie im Regelfall sinnvoll verwerten kann. Für diese Arten bestehen in SH keine Bag Limits. Ansonsten würde der "vernünftige Grund" des Angelns in Frage stehen, und die Problematik des verbotenen "catch & release" wäre zu prüfen."


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Hi,

§ 4 LFischVO

Behörden verbieten nicht, solange sie nicht per Gesetz zur Erstellung einer gültigen Verordnung ermächtigt sind.
Alles andere ist reine Interpretation. Mehr nicht. Darauf kannst du dich nicht berufen. Im schlimmsten Fall haut dir ein Richter deine Handlung um die Ohren, auch wenn der Behördenmitarbeiter es dir so "vorgeschrieben" hat.

Betrachte es doch mal mit der Logik:
Angeln darfst du nur mit der Rechtfertigung "Nahrungserwerb".
Nur dann ist das Beschädigen des Fisches gerechtfertigt.
Jeder Fisch ist essbar.
Du musst bereit sein jeden Fisch zu essen.
Du fängst aber einen geschützten Fisch. Landesrecht fordert das Zurücksetzen. Bundesrecht (der alles Entnehmen-Logik nach) fordert eine Rechtfertigung für den Fang.
Die Rechtfertigung entfällt, weil Zurücksetzen.
Ist doch ein logischer Widerspruch,oder nicht?

Du musst also eine gewisse Teilmenge der möglichen Gesamtmenge Zurücksetzen. Den Rest darfst du nicht zurücksetzen. Die Teilmenge ist aber variabel.
Wo ist die Grenze?

Das hält nicht...

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