Wattwurmjig auf dem Kutter

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Frank Buchholz
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Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 18 21:11

Beitrag von Frank Buchholz

Moin!

Das ist kein Werbethread im eigentlichen Sinne, ich möchte Euch nur ein wenig an unserer Entwicklungsarbeit teilhaben lassen. Muss ja nicht jeder alles einzeln selber ausprobieren. :zwink:
Malte und ich waren heute auf der Wiking um Montagen und Köder für den Plattfischfang vom Kutter zu testen. Das Ergebnis war durchwachsen. Nach Dierks Bericht vom Butt Cup wo viel geworfen wurde ging es mir vor allem darum Weitwurf-Montagen auszuprobieren. Das Werfen mit dem Jig ist nämlich nicht leicht. einerseits verlangt er für einen attraktiven Lauf nach einem langen 3-Wege Vorfach, andrerseits bringt er ein erhebliches Eigengewicht mit. Die gängigen Brandungmontagen bekommen das nicht unter Kontrollle. Sie eiern, verrutschen und lösen zu früh aus. Als Lösung habe ich den oberen, umlenkenden Haken gecrimpt damit er nicht herabrutschen kann und den unteren direkt in das Blei eingegossen. So hat man die beiden Schwerpunkte direkt zusammegefasst.

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Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Zumindest heute auf dem Kutter habe ich niemanden weiter werfen gesehen als uns, einschließlich Buttlöffel- und Pilkangler. Mit ein wenig Übung löst die Montage auch sicher aus. Was mir persönlich hingegen zu schaffen machte war die Bissausbeute. Ich habe den ganzen Morgen miserabel gefangen. Malte kam von Anfang an besser klar, evt. weil er mit 70gr ein leichteres Blei hatte als ich mit 90gr. Vor allem beim Einkurbeln in der Andrift waren die Bisse für mich fast unmöglich von den Hüfpern des Bleies zu unterscheiden und ich bekam zunächst kaum einen Fisch drauf. Bald haben wir uns darauf verlegt die Bleie passiv in die Drift zu halten. Wenn man das Blei über dem Boden hielt so dass nur der Jig hinunterlangte waren Biss anzahl un auch Ausbeute gut. Wobei (reichlich) Wattwurm auf dem ganzen Boot wesentlich besser lief als die Sandwürmer die ich drauf hatte....

Unsere Versuche mit Haarjigs waren eindeutig: Mehr Haarmaterial bedeutete weniger Wattwurm, und weniger Wattwurm bedeutete weniger Fisch. In 13m Tiefe bei dunklem, trübem Wetter erteilten dioe Fische dem Kunstköder eine klare Absage.

Nachdem ich das ein wenig realisiiert hatte und auf Wattwurm umgestiegen bin ief es auch bei mir einiger maßen. Irgendwann stach mich dann aber der Hafer und ich dachte mir ich muß den 11er Jig noch mal solo ausprobieren. Tja, und beim ersten Wurf hatte ich sofort ne Kliesche drauf.

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Die folgende Dreiviertel Stunde ließ mich bedauern dass ich nur meine 2,45m kurze 135er Sea Qiver Pilkrute mit hatte, die den Jig an 12er Geflecht trotzdem weit genug in die Andrift beförderte um damit Spaß zu haben. Bei der Bissverwertung wäre mämlich eine etwas weichere Spitze angenhmer gewesen. Bei meinem Nachbarn der sich darauf konzentrierte ein 120gr Blei sauber in die Drift zu halten konnte ich mit dem Spruch "11gr reicht heute" :daumen: mental irgendwie nicht so richtig andocken. :zwink: Gefühlt hatte ich jeden 2. Wurf einen Fisch drauf und konnte ein wenig zu Malte aufschließen. Bei dem lief es - passiv in der Drift präsentiert - deutlich langsamer. Später an Land meinte er dass seine Pilkrute einfach zu hart war um 11gr damit zu werfen. Solo gefischt lief der Jig Bombe und brachte vor allem auch Fische an den zähen Seeringelwurm, welcher vorher unbeachtet blieb.

Fazit:
- Die Weitwurfmontage muß noch sensibler werden, mit mehr Auswahl an möglichst leichten Bleien.
- Wann immer möglich den Jig pur versuchen! Dafür sind zähe Ringler top.
- Kunstköder auf dem Kutter noch mal bei klarem, ruhigen Wetter probieren, vor allem mit dem Jig solo. Der hat ja auch Fische auf den Sandwurm gebracht den sonst keiner haben wollte.

Allgemein kann man sagen dass die Fischerei auf dem Kutter nicht so pralle ist. Ich habe 4 Butt bis 30cm mitgenommen, Malte glaube ich doppelt so viel. Damit lagen wir im vorderen Mittelfeld, wobei einige Kisten vor z.T. winzigen Fischen unschön anzusehen. Ein paar Angler hatten ca. 30 Stück, auch Gute dabei, das waren aber Ausnahmen. Mit einem habe ich gesprochen und er meinte dass er lange nicht so gut gefangen hätte. Also ihr verpasst nichts auf dem Kajak :sot-fish: :daumen:

Gruß
:wink2:
Frank
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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 18 21:42

Beitrag von KiGo

Hallo Frank,

danke für Deinen aufschlussreichen Bericht. Ich habe grade meine Brandungssachen für morgen gepackt und auch eine Spinrute für den Wattwurmjig dabei, den ich plane als nach oben geclipten Haken Richtung Horizont zu befördern. Das werfen vom Kutter mit schwerem Blei und ungeclipt funktioniert aufgrund des hohen Eigengewichtes, wie berichtet, gar nicht.

Bin mal gespannt, ob es vom Strand funktioniert. Da du festgestllt hast, das der Jig geclipt eiert und nach unten zum Blei der Wurf stabiler verläuft, werde ich noch die Bleie mit dem clip am Öhr einpacken und bin gespannt.
Gruß
Dierk

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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 19 09:06

Beitrag von Lenker

Frank Buchholz hat geschrieben:Moin!

.....
.....Also ihr verpasst nichts auf dem Kajak :sot-fish: :daumen:

Gruß
:wink2:
Frank
:daumen: so sieht´s aus! :yak:
TL Lenker
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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 19 10:21

Beitrag von Sturmmöwe

KiGo hat geschrieben:Hallo Frank,

danke für Deinen aufschlussreichen Bericht. Ich habe grade meine Brandungssachen für morgen gepackt und auch eine Spinrute für den Wattwurmjig dabei, den ich plane als nach oben geclipten Haken Richtung Horizont zu befördern. Das werfen vom Kutter mit schwerem Blei und ungeclipt funktioniert aufgrund des hohen Eigengewichtes, wie berichtet, gar nicht.

Bin mal gespannt, ob es vom Strand funktioniert. Da du festgestllt hast, das der Jig geclipt eiert und nach unten zum Blei der Wurf stabiler verläuft, werde ich noch die Bleie mit dem clip am Öhr einpacken und bin gespannt.
Moin Dierk !
wùrde mich auch mal interessieren wie das vom Strand mit den Jigs klappt.
Bericht wäre spannend. :wink:
Gruss Ulf
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Frank Buchholz
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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 19 10:43

Beitrag von Frank Buchholz

Ich bin auch gespannt auf den Bericht - aber wenig optimistisch. Ich fürchte der Schnurwinkel wird einfach zu flach werden, d.h. selbst wenn die Montage als Wurf-Vehikel funktioniert wird der Jig nicht sein Spiel entfalten können mit dem er passive Fische in sichtigem Wasser aktiviert.

Für den flachen Strand wäre eine Spirolino-basierte Lösung sinvoll. Ein schwebendes 100gr Ei an der Karpfenrute. Zum Glück kann man sowas selber gießen, bischen Epoxy hab ich noch :zwink:
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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 20 00:21

Beitrag von KiGo

Hallo Ulf und Frank, ich muss Euch leider enttäuschen. Bin grad zurück und hab nicht einen Fisch in meinem Eimer.

Angekommen in Dazendorf war das erste was ich bekam ein nasser Hintern mit ordentlich Wind von schräg vorn. Die Bddingungen waren anstrengend, zumal man nirgends an den 20 cm Dorschen vorbeikam.

Aufgrund Wind, Welle und Krautgang blieb die Spinrute im Futteral, statt dessen habe ich mit 200Gr. Kantbleien versucht nicht gleich wieder am Strand zu sein.

Zu viert haben wir 1 Platten und 1 Dorsch im Eimer - dat war nix, freu mich schon aufs nächste mal - hab ja jetzt ne Woche frei.

Spiel entfalten sagst Du Frank, aber als geclipten Nachläufer mit ca. 80-90 cm Vorfachlänge hinter dem Blei müsste es doch gehen, oder braucht der Jig einen bestimmten "Winkel" nach oben und arbeitet nicht in einer geraden am Grund??? Dann müsste er nach oben geclipt sein, das wird wahrscheinlich aber Tüdel geben :-?
Gruß
Dierk

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Re: Wattwurmjig auf dem Kutter

Okt 2014 20 07:17

Beitrag von Frank Buchholz

[thx] für die Rückmeldung!
KiGo hat geschrieben:..Spiel entfalten sagst Du Frank, aber als geclipten Nachläufer mit ca. 80-90 cm Vorfachlänge hinter dem Blei müsste es doch gehen, oder braucht der Jig einen bestimmten "Winkel" nach oben und arbeitet nicht in einer geraden am Grund??? ..
Das ist genau der Punkt. In der Vorstellung des Spinnfischers verläuft die Schnur in einer geraden Linie von der Rutenspitze bis zum Hakenöhr. In der Realität jedoch steigt sie vom Öhr aus betrachtet steil auf, um dann einen rasch flacher werdenden Bogen zu beschreiben. Ein Vorblei legt diesen Bogen platt um. Der Jig kippt auf die Seite und sammelt Dreck ein anstatt über diesen hinweg zu hüpfen und dabei mit dem Wurm zu wedeln. Deshalb die Dreiwege Montage. Und auch die klappt am besten wenn nur der Jig auf dem Boden tänzelt und der Rest drüber weg schwebt.

Ich werde demnächst einen Spiro testen weil der sich -theoretisch - in diesen Bogen einfügt. Schade dass es bei euch nicht geklappt hat, aber bei Kraut und trübem Wasser läuft die Nahrungssuche eh über die Nase, da ist der Jig kein Problemlöser.

gruß
:wink2:
Frank
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