Heiße Tage genutzt - Wiedereinstiegsübungen – Was habe ich gelernt?
Verfasst: 6. Jul 2026, 00:08
Hallo liebe Mitangler,
die extrem heißen Tage letztes Wochenende habe ich genutzt um auf der Roermonder-Seeplatte endlich mal wieder Wiedereinstiegsübungen zu machen. Da ich sonst oft auf der salzigen Nordsee unterwegs bin, und ein Kentern dort, auch ein gezieltes zu einem echten Aufwand wird, insbesondere das Salz, aber auch den im Wasser aufgewirbelten Sand da gefühlt stundenlang auszuspülen und es dann noch trocknen lassen…
Daher bin ich mit den Kindern am heißesten Tag des Jahres nach dem Frühstück los. Die Kinderkajaks und meins (Hobie PA-12) hatte ich am Abend vorher schon im und auf dem Auto platziert. Nach einer schönen Runde gemeinsam über die Seeplatte, sind wir dann zum Badeteil übergegangen. Die Kinder vom Ufer, ich 10m davor mit dem Kajak. Sprich Wiedereinstiegsübungen.
Nachwuchsförderung:
Was ist mir aufgefallen:
Die Feststoff-Kajak-Schwimmweste Modell NRS Chinook OffShor Fishing, saß etwas locker. Sonst trage ich ja ein paar Schichten drunter, bei dem Wetter aber nur ein dünnes schnelltrocknendes Sport-T-Shirt aus Kunstfaser. Im Wasser ist die Schwimmweste immer etwas hochgerutscht und hat damit auch das Hochziehen aufs Kajak etwas erschwert. Bisher habe ich die Schwimmweste einmal eingestellt und immer so gelassen. Das wird zukünftig geändert und sie wird an die jeweilige Kleidung angepasst.
Das drehen des umgekippten Kajaks über den Mirageantrieb ist mir nicht gelungen. Gut, es war kein wirklicher Notfall und ich wollte nicht noch stärker an den Finnen ziehen/zerren, aber es hat halt nicht ohne Not funktioniert. In meiner Schwimmwest habe ich immer eine Strickleiter aus dem Bergsteigerbedarf um notfalls besser ins Kajak zu kommen. (https://www.bergzeit.de/p/petzl-gradist ... GQQAvD_BwE). Die an der Reling befestigt, rüber geworfen und daran gezogen hat super funktioniert (Einstiegsübung 3). Da ich aber vorher meinen Sohn auf seinem kleinen Kajak gezogen hatte, war noch ein dünnes Tau an der Reling befestigt. Damit ging es noch schneller (Einstiegsübung 1).
Daher werde ich jetzt dauerhaft, gesichert von einem kleinen Klettband, auf jeder Seite des Kajaks an der Reling ein ca. 1,6m langes Tau befestigen. Warum auf beiden Seiten? Dann muss ich im Ernstfall nur einmal ums Kajak schwimmen und nicht 2 Mal. Am Tau gezogen, unter Wasser einen Fuß auf die Reling auf meiner Seite gestellt und schwubs , war das Monster sehr leicht gedreht und schwamm wieder richtig herum.
Mir ist bei allen drei Versuchen, nur der Einstieg über das Heck gelungen (von Hobie auch so empfohlen). Beim Zweiten Mal, habe ich es über die Seite versucht und das Kajak lag gleich wieder kieloben im Wasser. Leichteren Personen als mir, könnte das ggf. gelingen, mir nicht. Werde das daher im Ernstfall gar nicht mehr probieren. Gleiches gilt für den Wiedereinstieg über den Bug, da komme ich gar nicht hoch genug, um irgendwas zu greifen um mich dann weiter hochzuziehen. Kurz, das klappte gar nicht.
Das Greifen um sich an etwas hochzuziehen ist noch ein wichtiger Punkt! Ich stecke immer den Kajakwagen von oben in die Ablauföffnungen der Ladefläche und sichere den Kajakwagen dann zusätzlich mit den Bungees. An den Querstreben des Kajakwagens kann man sich wunderbar weiter auf die Ladefläche ziehen und sich dann dort hinknien, bevor man sich dann am Stuhl festhält um in den Hauptteil des Kajaks zu gelangen.
Wasser im Kajak.
Die Menge an Wasser im Kajak war zumindest beim ersten Versuch sehr überschaubar. Ich würde so auf ca. 5 l tippen. Diese habe ich am Ufer noch schnell mit dem großen Schwamm rausgeholt. Beim Versuch 2 und 3, zwischen dem ich nicht kurz ans Ufer bin und bei dem das Kajak wegen des Einstiegsversuchs auf der Seite sogar ein weiteres Mal kieloben im Wasser lag, waren es dann deutlich mehr, bestimmt 40-50l. Dafür habe ich am Ufer die Ablauföffnungen seit langer Zeit mal wieder geöffnet. Da ich auf der Rückseite meines Sitzes eine Handlenzpumpe befestigt habe, hätte ich dies im Notfall auch auf dem Meer in den Griff bekommen. Das Kajak fuhr träger, aber eigentlich normal. Das überraschte mich, ich hätte eine deutliche Verschlechterung der Fahreigenschaften erwartet. Wegen des geringen Abstands zum Ufer, bei dem Test, ist diese Aussage aber nicht 100% valide. Jedenfalls werde ich im Ernstfall, anders als bisher vermutet, nicht sofort die Lenzpumpe zücken, sondern wahrscheinlich direkt zum Ufer fahren. Die Lenzpumpe, bleibt aber weiterhin an der Rückenlehne des Sitzes montiert. Sicher ist sicher, insbesondere im Fall einer Mehrfachkenterung.
Was wäre im Ernstfall anderes? Im (Hoch-)Sommer habe ich auf der Ladefläche noch eine Kühlbox, die müsste ich erstmal ins Wasser werfen um mich besser auf die Ladefläche ziehen zu können. Da Kühlboxen schwimmen und ich diese bisher mit dem gleichen Bungee, wie dem Kajakwagen befestigt habe, würde ich dies zukünftig nicht mehr so machen und die Kühlbox ungesichert auf die Ladefläche stellen. Dann wäre sie schon von alleine runter vom Heck und im Wasser. Somit wäre der Wiedereinstige um einen Arbeitsschritt leichter. Da ich auch noch die Stange vom Heckwimpel, eigentlich auch eine Sicherheitsmaßnahme, entfernen muss um über das Heckeinzusteigen, will ich da zukünftig nicht noch mehr Hindernisse/Arbeitsschritte.
Was wäre noch anderes?
Die gesamte Angelausrüstung und das zusätzliche Gewicht an Board. Mit der nun fehlenden Bugwanne und der Echolotbatterie in der Bugöffnung, hätte ich ein besseres Gegengewicht im Bug beim Einstieg über das Heck. Ob durch das Gewicht im Bug, mehr Wasser über den Bugdeckel ins Kajak kommt, kann ich nicht sagen, vermute aber schon. Dann wären wir wieder bei der Lenzpumpe.
Trotz Übungssituation bei Traumwetter fast ohne Wellen, geht einem da adrenalinmäßig die Pumpe! Das ruhig bleiben im Ernstfall, trotz des Wissens, meistes schnell aus dem (kalten) Wasser raus zu müssen, ist wichtig!
In Summe bin ich sehr froh, das Ganze (endlich) mal wieder geübt zu haben.
Beste Grüße TiGERshark/Markus
die extrem heißen Tage letztes Wochenende habe ich genutzt um auf der Roermonder-Seeplatte endlich mal wieder Wiedereinstiegsübungen zu machen. Da ich sonst oft auf der salzigen Nordsee unterwegs bin, und ein Kentern dort, auch ein gezieltes zu einem echten Aufwand wird, insbesondere das Salz, aber auch den im Wasser aufgewirbelten Sand da gefühlt stundenlang auszuspülen und es dann noch trocknen lassen…
Daher bin ich mit den Kindern am heißesten Tag des Jahres nach dem Frühstück los. Die Kinderkajaks und meins (Hobie PA-12) hatte ich am Abend vorher schon im und auf dem Auto platziert. Nach einer schönen Runde gemeinsam über die Seeplatte, sind wir dann zum Badeteil übergegangen. Die Kinder vom Ufer, ich 10m davor mit dem Kajak. Sprich Wiedereinstiegsübungen.
Nachwuchsförderung:
Was ist mir aufgefallen:
Die Feststoff-Kajak-Schwimmweste Modell NRS Chinook OffShor Fishing, saß etwas locker. Sonst trage ich ja ein paar Schichten drunter, bei dem Wetter aber nur ein dünnes schnelltrocknendes Sport-T-Shirt aus Kunstfaser. Im Wasser ist die Schwimmweste immer etwas hochgerutscht und hat damit auch das Hochziehen aufs Kajak etwas erschwert. Bisher habe ich die Schwimmweste einmal eingestellt und immer so gelassen. Das wird zukünftig geändert und sie wird an die jeweilige Kleidung angepasst.
Das drehen des umgekippten Kajaks über den Mirageantrieb ist mir nicht gelungen. Gut, es war kein wirklicher Notfall und ich wollte nicht noch stärker an den Finnen ziehen/zerren, aber es hat halt nicht ohne Not funktioniert. In meiner Schwimmwest habe ich immer eine Strickleiter aus dem Bergsteigerbedarf um notfalls besser ins Kajak zu kommen. (https://www.bergzeit.de/p/petzl-gradist ... GQQAvD_BwE). Die an der Reling befestigt, rüber geworfen und daran gezogen hat super funktioniert (Einstiegsübung 3). Da ich aber vorher meinen Sohn auf seinem kleinen Kajak gezogen hatte, war noch ein dünnes Tau an der Reling befestigt. Damit ging es noch schneller (Einstiegsübung 1).
Daher werde ich jetzt dauerhaft, gesichert von einem kleinen Klettband, auf jeder Seite des Kajaks an der Reling ein ca. 1,6m langes Tau befestigen. Warum auf beiden Seiten? Dann muss ich im Ernstfall nur einmal ums Kajak schwimmen und nicht 2 Mal. Am Tau gezogen, unter Wasser einen Fuß auf die Reling auf meiner Seite gestellt und schwubs , war das Monster sehr leicht gedreht und schwamm wieder richtig herum.
Mir ist bei allen drei Versuchen, nur der Einstieg über das Heck gelungen (von Hobie auch so empfohlen). Beim Zweiten Mal, habe ich es über die Seite versucht und das Kajak lag gleich wieder kieloben im Wasser. Leichteren Personen als mir, könnte das ggf. gelingen, mir nicht. Werde das daher im Ernstfall gar nicht mehr probieren. Gleiches gilt für den Wiedereinstieg über den Bug, da komme ich gar nicht hoch genug, um irgendwas zu greifen um mich dann weiter hochzuziehen. Kurz, das klappte gar nicht.
Das Greifen um sich an etwas hochzuziehen ist noch ein wichtiger Punkt! Ich stecke immer den Kajakwagen von oben in die Ablauföffnungen der Ladefläche und sichere den Kajakwagen dann zusätzlich mit den Bungees. An den Querstreben des Kajakwagens kann man sich wunderbar weiter auf die Ladefläche ziehen und sich dann dort hinknien, bevor man sich dann am Stuhl festhält um in den Hauptteil des Kajaks zu gelangen.
Wasser im Kajak.
Die Menge an Wasser im Kajak war zumindest beim ersten Versuch sehr überschaubar. Ich würde so auf ca. 5 l tippen. Diese habe ich am Ufer noch schnell mit dem großen Schwamm rausgeholt. Beim Versuch 2 und 3, zwischen dem ich nicht kurz ans Ufer bin und bei dem das Kajak wegen des Einstiegsversuchs auf der Seite sogar ein weiteres Mal kieloben im Wasser lag, waren es dann deutlich mehr, bestimmt 40-50l. Dafür habe ich am Ufer die Ablauföffnungen seit langer Zeit mal wieder geöffnet. Da ich auf der Rückseite meines Sitzes eine Handlenzpumpe befestigt habe, hätte ich dies im Notfall auch auf dem Meer in den Griff bekommen. Das Kajak fuhr träger, aber eigentlich normal. Das überraschte mich, ich hätte eine deutliche Verschlechterung der Fahreigenschaften erwartet. Wegen des geringen Abstands zum Ufer, bei dem Test, ist diese Aussage aber nicht 100% valide. Jedenfalls werde ich im Ernstfall, anders als bisher vermutet, nicht sofort die Lenzpumpe zücken, sondern wahrscheinlich direkt zum Ufer fahren. Die Lenzpumpe, bleibt aber weiterhin an der Rückenlehne des Sitzes montiert. Sicher ist sicher, insbesondere im Fall einer Mehrfachkenterung.
Was wäre im Ernstfall anderes? Im (Hoch-)Sommer habe ich auf der Ladefläche noch eine Kühlbox, die müsste ich erstmal ins Wasser werfen um mich besser auf die Ladefläche ziehen zu können. Da Kühlboxen schwimmen und ich diese bisher mit dem gleichen Bungee, wie dem Kajakwagen befestigt habe, würde ich dies zukünftig nicht mehr so machen und die Kühlbox ungesichert auf die Ladefläche stellen. Dann wäre sie schon von alleine runter vom Heck und im Wasser. Somit wäre der Wiedereinstige um einen Arbeitsschritt leichter. Da ich auch noch die Stange vom Heckwimpel, eigentlich auch eine Sicherheitsmaßnahme, entfernen muss um über das Heckeinzusteigen, will ich da zukünftig nicht noch mehr Hindernisse/Arbeitsschritte.
Was wäre noch anderes?
Die gesamte Angelausrüstung und das zusätzliche Gewicht an Board. Mit der nun fehlenden Bugwanne und der Echolotbatterie in der Bugöffnung, hätte ich ein besseres Gegengewicht im Bug beim Einstieg über das Heck. Ob durch das Gewicht im Bug, mehr Wasser über den Bugdeckel ins Kajak kommt, kann ich nicht sagen, vermute aber schon. Dann wären wir wieder bei der Lenzpumpe.
Trotz Übungssituation bei Traumwetter fast ohne Wellen, geht einem da adrenalinmäßig die Pumpe! Das ruhig bleiben im Ernstfall, trotz des Wissens, meistes schnell aus dem (kalten) Wasser raus zu müssen, ist wichtig!
In Summe bin ich sehr froh, das Ganze (endlich) mal wieder geübt zu haben.
Beste Grüße TiGERshark/Markus