Mein Kenterbericht

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KiGo
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Re: Mein Kenterbericht

Jan 2014 15 11:38

Beitrag von KiGo » 15. Jan 2014, 11:38

KaJakFishIng hat geschrieben:Wir machen das immer so das wir ein Funkgerät fuer privat mit aufs wasser nehmen und eins an land lassen (familie) die dinger haben ja auf see ne reichweite von 30km.
Dabei beziehst Du Dich aber nicht auf die PMR Quaken, sondern die ?Amateurfunkgeräte? für die Du wiederum einen Funkschein benötigst wie Du Ihn gemacht hast, oder?

Als ich zuletzt mit Frank B. vor Brasilien (SH) los war, hatten wir unsere DTW8000er Geräte mit, von dessen Reichweite ich eher enttäuscht war.

Ich kann es auf dem Wasser nicht schätzen wie weit wir auseinander waren, aber Frank war (trotz meiner schlechten Augen :zwink: ) noch in guter Sichtweite.

Vorgestern habe ich mir nun aufgrund der Handlings- und im Besonderen der Reichweitenempfehlung von Rudi und einiger Testberichte im www das Alinco DJ-V446 Power-Set bestellt . Mit 129,- EUR zzgl. Versand sicher kein Schnapper, aber immernoch das günstigste Angebot im hochwertigsten PMR Bereich...

Und hoffe mal davon nicht enttäuscht zu werden.

Hier dazu eine Frage an die "Funkfachwarte" unter Euch. Wenn ich nun in Not wäre und z.B. auf Kanal 8 mit mehr Reichweite um Hilfe rufe, welche Chance habe ich dann generell von anderen Personen gehört zu werden? Also, kann ich dann ausschließlich auf Kanal 8 im PMR Funkbereich wahrgenommen werden, oder auch z.B. durch Amateurfunker oder Seeschiffahrt, die ggfs. mit sowas wie Autoscanfunktionen arbeiten, also einer Funktion, die es möglich macht mehrere Kanäle gleichzeitig abzufangen? Können PMR Geräte den Kanal 16 (der ist doch glaube ich für Notrufe) nutzen? Wie gesagt, bin in diesem Thema totaler Laie ...
Gruß
Dierk

Team K.G.N.

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Re: Mein Kenterbericht

Jan 2014 15 13:56

Beitrag von KaJakFishIng » 15. Jan 2014, 13:56

Also ich kann dir aus erfahrung sagen das dich jeder bzw fast jeder ueber hoert . Kannst glueck haben und dich erwischt nen kutter in der nähe oder die zentrale in bremen. Nur obs dann wirklich klappt ist die andere frage. Wir an bord haben auch nicht die mega reichweite und werden oft ueber hört. Und wenn du einen Notruf abgeben willst musst du die reihenfolge beachten . Deinen Kurs und und wissen. Da gibt es ja ein Schema wonach man sich richten soll. Ich musste mein Funkschein aus beruflichen Gründen machen. Also ich fand die Methode die wir nutzen mit dem funk an bord und eins an land am besten. Nen versuch ist es wert. Nur ob das funk dafuer ausreicht ist die frage. Die anlagen an bord eines seeschiffes sind viel staerker und machen dann dein kleines signal kaputt. Dann kommt da nur ein rauschen an. Meistens ist es so. Kenn ich vom schiff aus.
Ja wir benutzen auch so ein ähnliches teil. Ich muesst mal schauen was fuer eine marke das ist. Haben 180 euro glaub ich gekostet.


Gruß Dennis
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Re: Mein Kenterbericht

Jan 2014 15 14:20

Beitrag von vatas-sohn » 15. Jan 2014, 14:20

Oh ha! :shock: Das klingt ja nicht so toll!
Ich finde das schon etwas problematisch. Nico Signal ist ja gut und schön und ich werde mir auch eins kaufen. Allerdings dachte ich auch an eine UKW Funke (gut, Schein kann ich ja machen- schadet ja auch nix, wenn man darüber auch ein wenig Bescheid weiß) um im Falle eines Falles genaue Angeben machen zu können.
Ich denke mal, wir sollten dafür nochmals einen eigenen Tröt aufmachen....
Grüße! :cap:
Ron


Sicherheit auf dem Wasser kommt vor dem Fischen!

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Re: Mein Kenterbericht

Jan 2014 15 14:48

Beitrag von MarioSchreiber » 15. Jan 2014, 14:48

KiGo hat geschrieben:...sicher kein Schnapper, aber immernoch das günstigste Angebot im hochwertigsten PMR Bereich...

Und hoffe mal davon nicht enttäuscht zu werden.

Hier dazu eine Frage an die "Funkfachwarte" unter Euch. Wenn ich nun in Not wäre und z.B. auf Kanal 8 mit mehr Reichweite um Hilfe rufe, welche Chance habe ich dann generell von anderen Personen gehört zu werden? . ...
Als die PMR´s sind eigentlich mehr um zwischen den Kayaks ein wenig zu quatschen.
Im Bereich der geringen Reichweite vielleicht auch um Hilfe von Mitfahrern zu suchen...
Aber die Chance das jemand anders das mitbekommt sehe ich als sehr gering an.

Und Kanal 8 ist ja bei den Dingern kein Notrufkanal !
Wir haben uns hier vor längerer Zeit nur mal auf diesen Kanal geeinigt, damit man andere (Fremde) vielleicht eher mal erreicht. Gerade WEIL man sonst noch mehr im dunklen stochern würde.

Auf der letzten KFO haben mich meine günstigen DeTeWe´s positiv überrascht ! Geschätzte drei Kilometer fand ich ganz annehmbar.
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Re: Mein Kenterbericht

Jan 2014 15 17:12

Beitrag von erty21 » 15. Jan 2014, 17:12

GUt das dir dabei nichts passiert ist. Auf die Idee hinten oder vorn wieder ins Boot einzusteigen, wäre ich in der Situation sicher nicht gekommen.Dieser Gedanke wird sich Dank deines Videos als Lehrfilm in meinem Kopf verewigen.
[thx]

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Mein Kenterbericht

Mai 2017 18 12:29

Beitrag von eulenmann » 18. Mai 2017, 12:29

hallo liebe kayakfreunde,
ich lese immer fleißig im forum und habe hier schon wertvolle tips bekommen (besonders von jörg), danke dafür!

ich möchte nun kurz meine gesammelten erfahrungen zum thema kentern (mit dem outback) weitergeben.

1. immer den anker gegen runterfallen sichern (z.b. gummi), so das er sich beim kentern nicht zum grund bewegen kann!
2. trockenanzug bis zum letzten zentimeter schliessen.
3.die schwimmweste nicht unter der windjacke tragen, da man sonst nur sehr schwer an die rettungsöse (schwimmweste) kommt wo zumindest ich die sicherungsleine immer einhänge.
4. köder nach gebrauch wegsortieren, da die haken durchaus der sicherheitsausrüstung erheblichen schaden zu fügen können.
5. DAS ALLERWICHTIGSTE -bei unterkühlung die richtigen regeln anwenden und zumindest erstmal nicht stehend heiß duschen- weil lebensgefährlich !!!


hier der längere bericht mit den details ;)

vor knapp 4 wochen war ich mit meinem freund (der ebenfalls ein outback besitzt) auf der ostsee, in der hoffnung auf ostseesilber.

das wetter war gut und trotz der versuchung auf sicherheitsleinen etc. eventuell zu verzichten waren wir vernünftig genug alle sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.

trockenanzug,sicherheitsleine,schwimmweste alles war vorhanden und angelegt.

nach zwei/drei stunden änderte sich das wetter. wind und dünung nahmen schleichend zu.
das ganze schien aber kontrolliert und machte eher spaß als das es beängstigend wirkte.
mit einem schlag änderte sich das szenario.
wenn meine erinnerung richtig ist wollte ich an meine rute die in der h-bar (zusatzbügel) steckte. somit habe ich scheinbar meinen schwerpunkt zu hoch verlagert, so das eine überraschende welle mich dazu bewegte mein gleichgewicht zu verlieren.
ich glaube das ich mich reflexmässig an der h-bar festgehalten habe und die kenterung auch noch unterstützt habe.

die kenterung verlief ohne panik, vielleicht weil ich wußte das ich in begleitung auf dem wasser war.
aber einige dinge habe ich schmerzhaft dazu gelernt die ich hier erwähnen möchte, damit ihr für euch eventuell schlüsse daraus ziehen könnt.
insgesamt dauerte das ungewollte "anbaden" so um die 6-8 min.

das größte problem waren neben den wellen und die kalte ostsee (6 grad), das sich mein anker gelöst hat und am grund festhing.
der anker war zwar mit dem boot verbunden, aber gegen runterfallen bei einer drehung nicht gesichert!!!
beim versuchen den anker zu lösen (durch ziehen) hat ich immer wieder etwas wasser geschluckt und wurde desöfteren vom boot auf der schulter getroffen.
die unglückliche kombination von welle und verankerten boot kann einen echt böse erwischen.
zusätzlich hatte ich das problem das ich mit trockenanzug und schwimmweste gestartet bin und zwischenzeitlich über der schwimmweste meine windjacke angezogen habe. als sich unter windjacke die automatikschwimmweste öffnete fühlte ich mich wie ein bewegungsunfähiges "michelinmännchen". ich konnte nicht mal meine sicherungsleine lösen um etwas besser auf das boot zukommen.
auf das boot habe ich es nicht geschafft (zu starke wellen) konnte mich aber wenigstens vom boot trennen um mich überhaupt "vernünftig" bewegen zu können.
zum glück waren wir mittlerweile sehr dicht unter land. allerdings an einer felsenküste, die es nicht zuließ das boot rauszunehmen. mein freund hatte nach etlichen versuchen mein boot bzw. die leine zugreifen bekommen und konnte das boot wieder nach draussen ziehen, ohne das es ihn in den wellen erwischt hat.
was in dieser notsituation extrem hilfreich war, das sein hobie schon den neuen 180° antrieb hatte. eine kurve kurz vor einer welligen steilküste zu drehen wäre vielleicht fatal gewesen. der wendekreis ist dafür zu groß. er konnte erstaunlich gut und gezielt manövrieren.


als ich an land war mußte ich nur noch paar hundert meter zu einer geeigneten stelle laufen an der mich mein kumpel erwartete.

alle klamotten waren leider total nass. meinen trockenanzug hatte ich aus bequemlichkeit am hals nicht ganz bis nach oben zu gemacht. zusätzlich hatte sich ein köder mit seinen zwei drilligen im trockenanzug verfangen und unter den hektischen bewegungen den anzug beschädigt.ich halte eigentlich immer bewußt ordnung an bord und hänge köder die ich wechsel immer kurzzeitig in einen schwamm den ich an der h-bar habe. das geht super... aber den hatte ich wohl noch im schwamm vergessen und dann im anzug hängen ;(

leider bzw. zum glück (erklärung folgt) hatten wir noch eine ca.30-40 rückfahrt im kayak vor uns.
als ich zu hause ankam verschwand ich sofort unter der dusche.
unter der dusche spürte ich das heisse wasser so gut wie gar nicht. ich konnte nur spüren das es an den oberschenkeln anders piekste als an den armen.nur als ich das wasser in den mund nahm spürte ich das es heiss war.
ich war scheinbar sehr unterkühlt ...

ich hoffe das die meisten von euch hier schon aufschreien "was für ein idiot..."
für alle die es nicht tun ist dieser beitrag ;)))
das heisse duschen nach starker unterkühlung ist ein lebensbedrohliches unterfangen und kann ( besonders im stehen ) zum sofortigen tod führen!!!
details entnehmt bitte verschiedenen beiträgen wie man sich nach einer unterkühlung verhält.

für mich war es wahrscheinlich glück das ich nach der wässerung noch 30 min zurück strampeln musste und somit kreislaufmässig schon etwas stabiler war.

rückblickend habe ich aus meiner sicht nicht viel falsch gemacht und trotzdem eine menge unter diesen bedingungen dazugelernt!
um euch den zahn zu ziehen das ich ein unbewegliches wrack bin und damit fahrlässig ins kayak steige ;),
hier meine eckdaten. ich bin 49 jahre und bin seitdem 16ten lebensjahr immer am oder auf dem wasser. zusätzlich kann ich auch noch surfen und spiele nebenbei noch etwas eishockey.
ich habe mir hier auch schon vorher die video´s vom kentern (von jörg) mit interesse angeschaut und dabei gedacht, das mir das nie passieren könnte ... pustekuchen! ein augenblick unkonzentriert und schwups war ich drin.

ich hoffe das ich mit diesem beitrag etwas dazu beitragen konnte, das der ein oder andere zukünftig vielleicht etwas demütiger aufs wasser geht und diese erfahrungen nicht sammeln muss ... das habe ich bereits für euch getan ;)

verloren habe ich nur zwei kleine boxen, alles andere war zum glück gesichert!
es grüßt euch - euer berliner ostsee-korrespondent, oliver ;)

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Mein Kenterbericht

Mai 2017 18 13:06

Beitrag von gobio » 18. Mai 2017, 13:06

Hi.

Schöner ausfühlicher Bericht :daumen: Danke dafür.

Gruß
Mirco
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Mai 2017 18 13:10

Beitrag von Fisherman » 18. Mai 2017, 13:10

Toll das alles gut ausgegangen ist und Danke für deinen Bericht. Macht einen wieder mal ein Stückchen nachdenklicher wenn Man (n) aufs Wasser geht.
Das mit dem Drilling im Anzug ist mir auch schon passiert. Daher alle Köder immer wieder in die Box. Lästig aber nötig. Wobei die boxen ja mittlerweile gut unter den neuen Sitz passen. Zumindest bei mir. Da ich nur zwei Boxen mit aufs Wasser nehme.

[thx] [thx]
Gruß Lothar

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Mai 2017 18 14:41

Beitrag von steinbitlooser » 18. Mai 2017, 14:41

Danke.
Team Mefonieten

Beim Angeln gibt nicht der Mensch das Tempo vor, sondern der Fisch.

Gruss Jens

https://www.youtube.com/user/steinbitlooser

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Mai 2017 18 16:52

Beitrag von Mefofreund » 18. Mai 2017, 16:52

Hallo,
echt "spannend" wie sich jede einzelne Kenterung so entwickelt.
Unaufmerksamkeit steht wohl an erster Stelle.
Das jemand über die Automatikweste eine Jacke anzieht,
hatten wir glaube ich noch nicht.
Deshalb ist dieser Thread so wichtig, :daumen:
wir sehen wie es nicht gemacht werden sollte.
Es wird hier niemand angeprangert und doch kann ich mir denken,
das du im nach hinein viele Punkte ändern wirst und wir sind gleich wieder mit sensibilisiert!
Wäre übrigens noch super, wenn du dich bei uns vorstellen würdest.
Danke für den ausführlichen Kenterbericht.

Gruß Jörg :cap:
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Mai 2017 18 19:08

Beitrag von Goldlachs » 18. Mai 2017, 19:08

Bei jedem dieser (Kenter-)Berichte denke ich daran, wieviele Sachen ich noch auf der ToDo-Liste habe, obwohl schon vieles "abgearbeitet" ist.
Danke für den Bericht und den Erinnerungs-Stupser [thx]
"Lausche auf den Ton des Wassers und du wirst eine Forelle fangen."
Irische Weisheit

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Mai 2017 18 19:44

Beitrag von vatas-sohn » 18. Mai 2017, 19:44

[thx] für Deinen Kenterbericht! So ziemlich Jeder von uns kann davon
was lernen oder es regt wenigstens zum Nachdenken an... :daumen:
Grüße! :cap:
Ron


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Mai 2017 19 07:20

Beitrag von asphaltsau1 » 19. Mai 2017, 07:20

Ein dickes [thx] Oliver!
Und auch, wenn es für dich eine miese Erfahrung war,
bei der, der Ausgang zum Glück gut war,
so profitieren wir doch davon. :daumen:

Man muß ja nicht alle Fehler selbst machen.
Und den Anker hätte ich wohl auch nicht auf dem Schirm gehabt. :oops:

Es würde uns freuen, wenn wir mehr von dir lesen können
und du dich (wie von Jörg erwähnt)
hier kurz vorstellst.
Das ist bei uns so gute Sitte und macht es etwas persönlicher. :wink:
Team Mefonieten

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Gruß Markus

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Mai 2017 19 07:45

Beitrag von wobbler michi » 19. Mai 2017, 07:45

[thx] für den Bericht

und schön das du alles ohne großen Schaden überstanden hast :daumen:

Hi , mein Anker ist nicht gesichert , aber auch nicht am Seil .
Was auch ein Problem werden kann , wenn ich nach dem Kentern ankern muss.
Gruß Michi
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Mai 2017 19 09:16

Beitrag von rheinangler » 19. Mai 2017, 09:16

Danke für den offenen Kenterbericht und Glückwunsch, dass keine gesundheitlichen Folgen davongetragen wurde. Der Bericht erinnert einen mal wieder an die eigenen Sünden.

Was ich aus allen Kenterberichten mitnehme ist, dass es immer - also jedes Kentern, egal wie gut man gesichert und vorbereitet ist - sehr gefährlich bleibt.

Auf was man theoretisch in der Praxis alles achten muss und wieviel man davon gleichzeitig im Laufe eines Angeltages immer umsetzt sind zwei völlig verschiedene Dinge. Ich bin persönlich ein sehr sicherheitsorientierter Kayak- / Bootsangler und trotzdem erwische auch ich mich immer wieder bei kleineneren Nachlässigkeiten, die dann in einer Notsituation schwerwiegende Folgen haben könnten. (Anker ungesichert liegen gelassen, Diverse Schleppköder / Jigs liegen zum schnellen Wechsel bereit, perfekte Schlepprutenhalter, Echolot in Sitzweite, Fahne, Kameramast, 2-3 Ruten in den Haltern, fast alles mit Sicherungsleinen am Boot befestigt. Fürs angeln allesamt wichtige Dinge, die aber bei einem Wiedereinstieg unter schlechten Wetterbedingungen garantiert hinderlich sind.

Das aus meiner Sicht wichtigste Sicherheitsmittel (neben einem dichten/verschlossenen Trocki + Sicherungsleine) ist und bleibt ein Mitangler (den ich zu selten habe), der im Falle eines Notfalles einen kühlen Kopf bewahren kann und bei Bedarf echte Hilfe rufen kann. Bei plötzlich aufkommenden Wind ist aber auch dieses Hilfsmittel in den selben Problemen.

Es gibt also keine 100% Sicherheit - darüber muss man sich im klaren sein, wenn man sich im Kayak auf die winterliche Ostsee begibt. Man kann nur das Risimo minimieren - auflandigen Wind (egal wie schwach) meide ich persönlich wie die Pest. Da können schon geringe Steigerungen für maximale Probleme in der Nussschale sorgen.

Alleine unterwegs, kommt man sich in 500-600 Meter Entfernung vom Ufer schon ziemlich einsam vor.... Die jetzt beschriebene Kenterung würde in 1000 Meter Entfernung vom Ufer u.U. ganz andere Folgen haben.

Gruss, Stefan

PS: Ich habe auch meine persönliche Erstwasserung beim KFO hinter mir. Allerdings nur im Anlandebereich am Camping Klausdorf, wo ich mich aufgrund von körperlicher Plattheit beim absteigen vom Yak mit dem zweiten Bein am Sitz verhakt habe. Zack, lag ich schwimmend im Wasser. Anzug tuts also, nass bin ich nicht geworden. Trotzdem wurde ich nachdenklich, da mich die Rückfahrt gegen den Wind doch ziemlich geschafft hat und ich nicht mehr unfallfrei vom Yak kam. Ob ich in dem Zustand wieder ohne weiteres aufs Boot kommen würde, wenn ich weiter draußen abgestiegen wäre...? Ich weiß es nicht - eigentlich fühlte ich mich noch ganz fit und bin auch nicht unsportlich. Aber 7 Stunden permanentes Trampeln im (Land-)Wind fressen doch einige Körner.
Get your kids hooked on fishing and they´ll never have any money for drugs and alcohol :zwink:

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